Alexandra Reyes (Deutsche Bank) über Achtsamkeit
Achtsamkeit ist ein Thema, das in unserer stetig wachsenden Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Warum finden Sie es wichtig, auch in Unternehmen mehr auf Achtsamkeit zu achten?
“Menschen! Wir können kein Business machen wenn wir mit anderen Menschen nicht sprechen”-Alexandra Reyes
Alexandra Reyes: „Die passive Auszeit ist, genau wie auch die aktive Arbeitszeit, wichtig. Man besteht ja immerhin als lebendes Wesen nicht nur aus „Machen“. Weitergehend wird durch das achtsame Umgehen miteinander die von Haus aus angeborene Kreativität gefördert. Kreativität führt zur Innovation ,was letztlich für besseres Business sorgt.“
Im Rahmen von Umfragen haben wir festgestellt, dass der Begriff “Mindful
Business” in vielen Unternehmen noch nicht bekannt ist.
Wie würden Sie persönlich Mindful Business definieren/beschreiben?
„Mindful Business bedeutet Reflexion. Über sich selbst nachzudenken und sich seines “Ichs” bewusst zu werden.“
-Alexandra Reyes
Alexandra Reyes: “ So beginnt der Prozess das Interne auf das Externe
anzuwenden, man versteht sich selbst also versteht man seine Mitmenschen besser. Man ist ausgeglichener in der Beziehung zu seinem Umfeld, was die Kommunikation im Unternehmen verbessert.“
Woher kam der Impuls, sich mit Achtsamkeit auseinanderzusetzen?
Alexandra Reyes: „Die Elternzeit vor sieben Jahren war eine einschneidende Zeit, welche dazu führte, dass sich Frau Reyes mehr mit dem Thema Achtsamkeit auseinandersetzte. Ein Podcast auf Spotify war der Startschuss und seitdem ist es etwas, was sie sehr im Fokus behält.“
Was waren Ihre ersten Schritte, um „Mindful Business“ in Ihrem Unternehmen einzuführen? Welche Maßnahmen/Aktionen bieten Sie an?
Alexandra Reyes: „Am Anfang handelte es sich um eine Grassroots-Bewegung, da es hauptsächlich von Frau Reyes ausging. Dann mit der Zeit gewann das ganze an Momentum und so wurde nach und nach eine kleine Community daraus. Inzwischen findet eine “Schweigeminute” vor Meetings statt. Es handelt sich hierbei um einfache Atemübungen, welche helfen, eine ruhige und konzentrierte Stimmung aufkommen zu lassen. Auch wurde einem Teammitglied so die Angst vor dem Präsentieren genommen. Zusätzlich wird ein Newsletter regelmäßig in Umlauf gebracht.
Die Einführung von neuen Werten in einem Unternehmen stellt immer eine große Veränderung dar.“
Wie waren die ersten Reaktionen im Team und welche lang- bzw. mittelfristigen Vorteile haben Sie bereits feststellen können? (zum Beispiel weniger Abwesenheitstage, Arbeitsklima)
Alexandra Reyes: „Es wurden per se keine Steine in den Weg gelegt, jedoch belächelte man am Anfang die freiwilligen Beiträge von Frau Reyes. Aber wie schon erwähnt, fand es über längere Zeit mehr Anklang. Nach einiger Zeit konnte sie die Geschäftsleitung zu einem kleinen Vortrag gewinnen, was der Initiative zu mehr Legitimität verhalf. Im Allgemeinen ist in der Unternehmenskultur mehr Offenheit entstanden, die Mitarbeiter untereinander pflegen nun ein natürlicheres Verhältnis bei der
Zusammenarbeit.
Es ist nicht nur wichtig, Achtsamkeit im Unternehmen zu praktizieren, sondern auch bei sich selbst anzufangen.“
Welche kleinen Rituale haben Sie bereits in Ihrem eigenen Arbeitsalltag eingeführt? Würden Sie diese auch anderen empfehlen?
Alexandra Reyes: „Reflektieren, beziehungsweise mit seinen Mitmenschen zu reden ist ein Grundpfeiler von alltäglichen Ritualen, welche jeder praktizieren sollte. Zudem implementiert Frau Reyes die Emotional Freedom Technique, welche ein therapeutisches Konzept der energetischen Psychologie ist. Diese Methode zielt darauf ab, Stress und psychische Störungen zu lindern und zu behandeln, indem spezifische Akupressurpunkte (Tsubos) stimuliert werden. Dazu kommen regelmäßige Vorträge zu dem Themengebiet, begleitet von der Wellbeing Week und konsequenter physischer Aktivität.“
Welche Tipps haben Sie für Unternehmen, die am Anfang der Einführung von Achtsamkeit in Ihrem Unternehmen stehen?
Alexandra Reyes: „Letzten Endes kann man sagen, dass das Aufbauen einer Community rund um das Thema äußerst wichtig ist. So verbreitet sich das Gedankengut natürlich von Person
zu Person. Allerdings, damit dieser Schritt überhaupt passiert, muss man diese Werte und Schritte selbst jeden Tag vorleben und mit gutem Beispiel vorangehen. Achtsamkeit muss praktiziert werden.“
Titelbildquelle: @unsplash.com

